Umweltsünder Mikroplastik inklusive
Im Labor wurden die leichten Polyethylenpartikel abgetrennt, um sie anschließend bestimmen und vermessen zu können. In der aktuellen Februar-Ausgabe wollte ÖKO-TEST wissen, ob in Körperpeelings Mikroplastik steckt.

Das Ergebnis: Die Hersteller definieren das Problem weg, indem sie nur bestimmte Partikel als Mikroplastik anerkennen. Dabei enthält nur ein einziges konventionelles Körperpeeling keine in der Umwelt schwer abbaubaren synthetischen Polymere. Wer plastikfrei duschen will, sollte zu Naturkosmetik greifen.
Ein großer Teil der Kunststoffbelastung in unseren Gewässern wird durch winzig kleine Partikel verursacht. Sie entstehen entweder aus größeren Plastikteilen, die sich unter dem Einfluss der Elemente zerreiben, oder sie gelangen direkt – zum Beispiel als Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten – in die Umwelt. Im Ozean und in Flüssen lagern sie sich im Sediment an oder werden von Organismen aufgenommen, auf deren Verdauungssysteme sie gravierende Auswirkungen haben können. Die Langzeitfolgen sind derzeit kaum abzuschätzen. Aus diesem Grund haben einige Kosmetikhersteller versprochen, die Mikroplastikkügelchen nicht mehr zu verwenden. Doch diese Aussagen beziehen sich lediglich auf die Kunststoffpartikel in fester Form wie Polyethylen (PE), die in Peelings für den Hautabrieb eingesetzt werden. Flüssige oder lösliche Kunststoffe in den Rezepturen, von denen viele in der Umwelt ebenfalls schwer abbaubar sind, werden von dieser Definition nicht erfasst.  
ÖKO-TEST hat nun von einem Labor acht Naturkosmetik- und 14 konventionelle Körperpeelings analysieren lassen. Es zeigte sich, dass zwar nur vier Produkte mit Plastik peelen, aber mit einer einzigen Ausnahme alle konventionellen Köperpeelings andere synthetische Polymere enthalten. In einem Apothekenprodukt machen die Peelingperlen aus Polyethylen fast 10,3 Prozent aus – umgerechnet stecken damit rund elf Millionen PE-Partikel in der Tube.  
 Neben Kunststoffverbindungen beinhalten einige Produkte zudem andere Problemstoffe, wie das allergieauslösende Lyral, das fortpflanzungsgefährdende Lilial, künstlichen Moschusduft, der sich im menschlichen Fettgewebe anreichert und die Leber schädigen kann, oder auch einen allergisierenden Konservierungsstoff.
Es gibt jedoch Alternativen: Die von ÖKO-TEST untersuchten Naturkosmetikprodukte peelen mit Substanzen wie zerkleinerten Nussschalen oder Fruchtkernen und kommen auch sonst ganz ohne synthetische Polymere aus. Zudem enthalten sie keine Schadstoffe, wie die Laboruntersuchung zeigt.
Das ÖKO-TEST-Magazin Februar 2017 gibt es seit dem 26. Januar 2016 im Zeitschriftenhandel.
 
 
ÖKO-TEST Verlag GmbH

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