Internationale Durchsuchungen und Festnahmen gegen die mutmaßlichen Betreiber und Nutzer von Underground Economy Foren und Beschlagnahme von fünf Plattformen.

In einem Ermittlungskomplex der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) - und des Bundeskriminalamtes (BKA) gegen die mutmaßlichen Betreiber und Nutzer verschiedener deutschsprachiger Underground Economy (UE) -Foren haben Polizeibeamte des Bundeskriminalamtes, von zwölf Bundesländern und ausländischer Partnerdienststellen in Bosnien-Herzegowina, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Litauen und Russland am 23.02. und 24.02.2016 insgesamt 69 Wohnungen und Firmenräume im In- und Ausland durchsucht und 9 dringend Tatverdächtige festgenommen.
Die Ermittlungen richten sich gegen die mutmaßlichen Betreiber und Nutzer verschiedener deutschsprachiger UE-Foren, über die illegale Güter wie Waffen, Betäubungsmittel (z.B. Heroin, Kokain, Cannabis, Amphetamine, Ecstasy), Falschgeld, gefälschte amtliche Ausweise (z.B. deutsche, niederländische und italienische Personaldokumente) und ausgespähte Daten (z.B. Kreditkarten- und Online-Banking-Daten und „gehackte“ Zugänge zu verschiedenen Internetdiensten) gehandelt wurden. Darüber hinaus umfasste die Angebotspalette auch kriminelle Dienstleistungen, beispielsweise die Infektion von Computern mit Schadsoftware oder DDoS-Attacken, Anleitungen zur Begehung von Straftaten („Tutorials“) und illegale Streaming-Dienste.
Im Rahmen dieser  Maßnahmen wurden unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz - Landeszentralstelle Cybercrime -  auch in Rheinland Pfalz (Raum Koblenz, Ludwigshafen und Landau) bei 4 Beschuldigten Durchsuchungsmaßnahmen vollstreckt. Dabei konnte umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, insbesondere zahlreiche PC´s und Speichermedien sowie in einem Fall auch Betäubungsmittel (Cannabis).
Den rheinland-pfälzischen Beschuldigten werden neben unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln auch der Ankauf sowie die Nutzung von illegal erlangten Log-In-Daten zu Packstationen, Kreditkarten und diversen Online-Verkaufsplattformen vorgeworfen.

Generalstaatsanwaltschaft Koblenz