Achtung vor Kriminellen am Telefon! Bankmitarbeiterinnen verhindern großen Schaden, Wiesbaden, Mittwoch, 13.10.2021 - In den zurückliegenden Tagen haben Kriminelle mehrere Bürgerinnen und Bürger aus Wiesbaden angerufen und versucht, die Geschädigten durch eine geschickte und skrupellose Gesprächsführung in eine emotionale Extremsituation zu bringen.

Auf diese Art und Weise soll das rationale Denken und Handeln negativ beeinflusst werden, damit letztlich Wertgegenstände an unbekannte Abholer herausgeben werden.
Oftmals geben sich die Betrüger als Verwandte oder Polizeibeamte aus und tischen ihren oftmals älteren Opfern Schreckensszenarien auf. Immer in der Hoffnung, an das Bargeld oder andere Wertgegenstände der Geschädigten zu kommen. Gestern kamen die Täter in Wiesbaden ihrem Ansinnen schon sehr nahe. Zwei 85- und 87-jährigen Seniorinnen wurden so überzeugend entsprechende Notlagen von Verwandten vorgespielt, dass diese natürlich helfen wollten und auf der jeweiligen Hausbank jeweils mehrere 10.000 Euro abheben wollten. Dies kam den zwei Mitarbeiterinnen der Bankfilialen jedoch merkwürdig vor, sodass diese die Polizei informierten. Gerade noch rechtzeitig! Die Spielarten der Täter sind vielfältig. So meldet sich z.B. regelmäßig ein angebliches Enkelkind mit weinerlicher Stimme und schildert einen tödlichen Verkehrsunfall, den es verursacht hätte. Nur die Zahlung einer höheren Kaution könne nun verhindern, dass es von der Polizei eingesperrt wird. Im weiteren Gesprächsverlauf meldet sich dann ein angeblicher Polizeibeamter, ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft oder des Amtsgerichtes, welche den Sachverhalt bestätigen und den genauen Zahlungsablauf vorgeben. In anderen Fällen ist direkt ein angeblicher Polizeibeamter am anderen Ende der Leitung, der von einem schweren - oftmals tödlichen - Verkehrsunfall spricht, in den ein Familienangehöriger des Angerufenen verwickelt worden sei. Die Behandlungskosten im oftmals fünfstelligen Bereich müssten nun umgehend beglichen werden, wofür "die Polizei" jemanden zur Abholung vorbeischicken würde. Dass in diesen Zusammenhängen noch die Vermögenswerte der Seniorinnen und Senioren erfragt werden, ist nicht unüblich.
Gerade die Angst, Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen wird hier auf äußerst niederträchtige Art und Weise ausgenutzt. Die Polizei appelliert daher an die Bevölkerung, bei solchen Anrufen äußerst sensibel zu reagieren und sich nicht zu übereilten Geldübergaben überreden zu lassen. Im Zweifelsfall sollte die Polizei unter der 110 verständigt werden. Darüber hinaus wird in den meisten Fällen eine Rückversicherung bei den tatsächlichen Verwandten, Freunden oder Arbeitskollegen Klarheit bringen. Jüngeren Menschen empfehlen wir, sich mit ihren Eltern und Großeltern über diese perfiden Taten auszutauschen und damit für die notwendige Sensibilität zu sorgen. In jedem Fall können Sie sich sicher sein, dass die Polizei am Telefon niemals Ihre Vermögenswerte erfragen oder Geld bei Ihnen Zuhause abholen wird.

Polizeipräsidium Westhessen - Wiesbaden