Die Mainzer Verkehrsgesellschaft reagiert auf das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Stadt durch die Sperrung der Schiersteiner Brücke und verschiebt die geplanten Bauarbeiten für die Mainzelbahn im Bereich der Rampen von und zur Saarstraße bei der Universität und dem Hauptfriedhof auf Anfang April 2015.

Damit wird eine zusätzliche Beeinträchtigung durch die erforderliche Umleitung der Verkehre zum Münchfeld und Hartenberg mit dem Berufsschulzentrum,  vor allem aber ein Problem für den ÖPNV selbst vermieden. Mit dem Wegfall der Rampen hätten auch die Busse stadteinwärts zu Spitzenzeiten in diesem Abschnitt mit im Stau auf der Saarstraße gestanden.
Wie Stadtwerke Vorstand Detlev Höhne und MVG Geschäftsführer Jochen Erlhof erklären, habe man nach Bekanntgabe der Dauer der Sperrung  am Mittwoch intensive Abstimmungsgespräche mit Stadt, Land und den beteiligten Baufirmen geführt, um zu prüfen, wie man auf die Sperrung der Schiersteiner Brücke und das damit verbundene erhöhte Verkehrsaufkommen reagieren kann.  „Wir haben dann entschieden, dass wir die für März 2015 geplanten Bauarbeiten auf den Rampen von und zur Saarstraße auf Anfang April 2015 verschieben. Dies bedeutet für uns jedoch einen organisatorischen und finanziellen Kraftakt mit deutlichen Auswirkungen auf die weiteren Bauarbeiten für die neue Straßenbahnstrecke“, erläutern Höhne und Erlhof.
Durch die Verschiebung der Baumaßnahmen kann der ursprünglich vorgesehene Bauzeitenplan nicht mehr eingehalten werden. So können beispielsweise Baumaßnahmen, wie der Gleisbau am Binger Schlag, nicht wie vorgesehen in den verkehrsärmeren Sommerferien durchgeführt werden, sondern erst später. Laut ersten Schätzungen wird sich die Fertigstellung der Mainzelbahn um zwei bis drei Monate auf das erste Quartal 2017 verschieben. Damit verbunden rechnet die MVG mit einer Kostensteigerung von ein bis drei Millionen Euro.
Betroffen von Zeitverzögerung und Kostensteigerung ist auch der Bau der Straßenbahnbrücke über die A 60 bei Marienborn.  Hier konnten schon unmittelbar nach der Sperrung der Schiersteiner Brücke die Arbeiten nicht wie geplant weitergeführt werden,  da die erforderlichen Einschränkungen auf der A 60 auch zu verkehrsarmen Zeiten nicht mehr möglich waren. Dazu kommen Arbeiten an Versorgungsleitungen in Bretzenheim, im Bereich Haifaallee, Ostergraben/Heckerpfad und Wilhelm-Quetsch-Straße, für die verkehrliche Einschränkungen erfolgen und die neu abgestimmt werden müssen. Auch diese Verzögerungen haben erhebliche zeitliche Auswirkungen auf das Gesamtprojekt. „Wir werden die nächsten Wochen nutzen, um die Planungen anzupassen und Gespräche mit den beteiligten Baufirmen zu führen, um die zeitlichen und finanziellen Auswirkungen so gering wie möglich zu halten“, erklärt Erlhof das weitere Vorgehen. Zeitgleich sollen Gespräche mit dem Land Rheinland-Pfalz geführt werden, um sicherzustellen, dass die erhöhten Kosten zuschussfähig sind.
Daneben steht die MVG auch intern vor einem Kraftakt. „Wir haben fertige Fahrpläne für die Umleitung von mehr als 15 Buslinien an der Universität ab 9. März mit unseren Partnern ESWE-Verkehr und der ORN abgestimmt.  Darauf bauen auch die Dienstpläne und Arbeitszeiten für unsere 450 Fahrerinnen und Fahrer auf“, so Erlhof. Die müssten jetzt wieder komplett umgestellt werden, und auch die Information der Fahrgäste war auf diesen Zeitpunkt ausgerichtet.


Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH